PEUGEOT RCZ-R: DOWNSIZING-LÖWE

Der König der Löwen ist erwacht – Peugeot lässt seinen stärksten Löwen von der Leine – den PEUGEOT RCZ R. Was das bedeutet? Einsteigen, Gas geben, Spaß haben.

Der Peugeot RCZ R ist nicht nur das Topmodell von der RCZ Serie, nein mit 270 PS ist er das stärkste Serien-Modell der Firmengeschichte von Peugeot. Das bedeutet 270 PS aus einem 1.6 Liter Motor, ein Gewicht von 1280 kg,  also ein Leistungsgewicht von nur 4,7 kg pro PS. (Zum Vergleich ein Audi S5 mit 354 PS bei 1750 kg liegt bei 4,9 kg pro PS) Ein Sprint von 5,7 Sekunden auf 100 km/h und das Fahrzeug erfüllt jetzt bereits die Euro-6-Norm. Wow! Zu schön um wahr zu sein?

Ich persönlich habe Peugeot nur mit Familienkutschen oder süßen Kleinwagen verbunden – als ich vom RCZ R gehört habe, war mir klar: Das muss ich sehen, das muss ich spüren, das muss ich hören. Gedacht – gemacht: Früh nach Einführung in Deutschland bekam ich die Chance einen dunkelroten Peugeot RCZ R im Ruhrgebiet zu testen. Was ist das Geheimnis dahinter? Das Zauberwort heißt Downsizing.

WIR REDEN HIER VON ÜBER 170 PS PRO LITER AUS EINEM 1,6 L MOTOR – DAS BEDEUTET DOWNSIZING EXTREM.

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PEUGEOT RCZ R – Seitenansicht

Ein Design, das polarisiert!

Man kann sagen, was man möchte, eins kann man aber nicht bestreiten: Man fällt im RCZ-R auf. Darunter hatte ich zahlreiche positive Meinungen über das extravagante Design, einige Negativ-Stimmen, wie auch vereinzelnd Menschen, die eine Verwandtschaft mit dem Audi TT betonten. Entweder man liebt den Wagen oder man hasst den Wagen – dazwischen gibt es eigentlich nichts. Ich persönlich bin verliebt in das Außendesign vom Peugeot RCZ R. Man muss Peugeot einfach anerkennen, mutig genug gewesen zu sein, das vorgestellte Concept-Car zu 90 % so zu bauen. Vom welchem Serienfahrzeug kann man das schon behaupten?

Mein absoluter Favorit an dem Fahrzeug ist das Double-Bubble-Dach – es streckt die Karosserie nicht nur, es gibt dem Wagen eine schön fließende Form. Im Vergleich zum normalen RCZ unterscheidet sich die R Variante durch den formschöner festen Heckspoiler, durch die schwarz matten Dachholme, die 19 Zoll R Felgen, die roten Bremssättel vorne und Bremsscheiben in der stattlichen Größe von 380 mm. Innen findet man rote Ziernähte überall wo das Auge hinsieht und sehr gute Alcantara-Leder Schalensitze von Peugeot. Eine R-Applikation unterstreicht die sportliche Note an unzähligen Stellen am Fahrzeug.

Das Interieur besticht durch Nappaleder, fast alles ist mit Leder bezogen und das schmeichelt dem Auge und versprüht ein Hauch von Luxus. Peugeot hat sich wirklich bemüht den RCZ hübsch aussehen zu lassen. Die analoge Instrumentenanzeige, die analoge Uhr, der Schaltknauf aus Aluminium und viele weitere schöne Details können aber nicht verheimlichen, dass das Bedienkonzept und die Mittelkonsole im Vergleich zum neuen Touch-Only Konzept vom 308  ein wenig in die Jahre gekommen ist.

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RCZ R – Schalensitze

Der Löwe brüllt kräftig und dürstet nach Tempo

Und wie fährt sich der Peugeot RCZ R? Überraschend gut. Er sprintet los, als möchte er Rekorde brechen, hat einen guten Durchzug in jedem Gang, so dass man auf der Autobahn gar nicht runterschalten muss, weil der sechste Gang kurz übersetzt ist. Der Peugeot punktet mit schnellen und knackigen Gangwechseln, die aber manchmal ein wenig schwergängig sind. Die großen Alcon Bremsen packen kräftig zu, das Torsen Differenzial findet Grip, wo man eigentlich keinen mehr vorfindet. Die Vorurteile bezüglich front-angetriebenen Fahrzeugen zerschlägt der RCZ R gekonnt und freut sich dabei über jede schnelle Kurve, die er bezwingen kann. Turboloch? Kennt der RCZ R nicht. Und wie ist der Sound? Er ist durch einen Soundgenerator verstärkt, klingt draußen besser als im Auto selbst, aber ist immer deutlich wahrnehmbar und unterstreicht die sportliche Note. Dennoch: In diesem Punkt hätte sich Peugeot auch mehr zutrauen können.

Die Schalensitze vom Peugeot RCZ R sind lobend zu erwähnen, auch längere Strecken sind sehr bequem mit diesen zu bewältigen, der Seitenhalt ist bei verschärfter Gangart ziemlich gut, so dass man die normalen Ledersitze nicht vermisst.
Auf was man aber verzichten muss, ist eine Sitzheizung, wie auch elektrische Verstell-Möglichkeiten. Legt man darauf großen Wert, kann man aber optional das Lederpaket dazu buchen. (Passt aber nicht zum Auto )

Das Platzangebot vorne ist für einen Sportwagen himmlisch, die Rundumsicht durch das Glasdach sehr gut gelöst, ganz anders verhält es sich aber hinten: In diesem 2+2 Sitzer passen höchstens Kleinkinder, doch durch das Umklappen der Rücksitze vergrößert man den Laderaum um einen ganzen Meter. Der Kofferraum ist mit 321 Liter sowieso schon überaus groß gestaltet für einen Sportwagen, so dass ein Wochenendtrip für 2 Personen nichts im Wege steht. Das Fahrwerk ist typisch Sportwagen: Straff gefedert – in der Stadt ungemütlich – aber auf der Autobahn ist davon kaum etwas zu merken.

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380 mm Bremsscheiben – Rote Bremssättel

PEUGEOT RCZ R: DER INNOVATIONS-CHECK & FAZIT

Was bedeutet eigentlich Downsizing? Verbraucher und der Staat fordern nach Motoren, die weniger verbrauchen, mehr leisten und dazu emissionsarm sind. Um das zu schaffen, setzen die Ingenieure immer mehr auf den Downsizing Trick. Sie verkleinern den Hubraum des Motors und laden diesen per Turbolader auf. Somit kann man einen Sechszylinder durch einen Vierzylinder ersetzen, ohne dass man an Leistung und Fahrspaß verliert. Dabei spart man am Gewicht und an der Reibung der Motoren. Rolf Leonhard, für die Entwicklung von Dieselsystemen bei Bosch verantwortlich, erklärt das simpel: „Bei gleichem Drehmoment ergeben 25 Prozent weniger Hubraum rund zehn Prozent weniger Verbrauch. Und damit weniger CO2.“

Peugeot hat mit dem RCZ R Downsizing-Extrem betrieben, um den Motor robuster zu machen, entwickelte man einen speziellen Twin-Scroll-Turbolader, mit Mahle neue Kolben und zudem wurden die Pleuel weiterentwickelt.
All das bewirkt einen vorbildlichen Verbrauch von 6,3 Liter und einen CO2-Ausstoß von lediglich 145 Gramm pro Kilometer. Und das bei einem Sportwagen!

DAS NENNE ICH INNOVATIVE MOTORENTECHNIK!

Der RCZ R ist eine Rennmaschine, besonders viele Fahrerassistenzsystemen sind nicht verbaut, außer einem Tempometer und Einparkhilfen, findet man nichts vor und man kann auch nichts dazu konfigurieren.
Mindestens eine Rückfahrkamera hätte man sich doch gewünscht, weil man das Ende des Hecks schwer abschätzen kann.

Dennoch:
Mir hat das Fahren mit den Peugeot RCZ R mehr als nur Spaß gemacht. Es war eine Freude damit auf der Landstraße unterwegs zu sein oder auf der Autobahn zu gleiten. Ein Tritt aufs Gaspedal und man konnte sich das Grinsen nicht mehr verkneifen. Unser Verbrauch lag insgesamt bei ordentlichen 7,2 Liter (50 % Autobahn // 40 % Stadt // 10 % Landstraße) und der derzeitiger Preis von Super Plus ist zu verkraften. Dieses Schmuckstück kostet mindestens 42.100 Euro, ist aber jeden Cent wert. Zum Abschluss ein kleines Video vom RCZ R mit dem genüsslichen Turbo-Pfeifen.

8.2
PEUGEOT RCZ R

Pros

  • Einzigartiges Design
  • Großer Kofferraum
  • Gute Fahrleistungen
  • Guter Verbrauch
  • Platzverhältnisse vorne
  • 380 mm Bremse

Kontras

  • Platzverhältnisse hinten
  • Keine Rückfahrkamera
  • Altmodisches Bedienkonzept
  • Kein Automatikgetriebe erhältlich
  • Kaum Felgen- und Reifenauswahl

Unser Fazit


Design & Style
10
Innovation & Technik
7
Ökologie & Verbrauch
7
Preis-Leistung
8