KIA OPTIMA: HIGHTECH AUS KOREA?

Eine echte Mittelklasse-Limousine oder mehr Schein als Sein? Der Wettergott meinte es nicht gut mit uns, als wir mit dem Kia Optima 1.7 CRDi den Ruhrpott unsicher machten. Das änderte zwar nichts am wochenlangen Dauerregen, aber der Kia Optima hat uns dafür zum Strahlen gebracht.

DER ERFOLG HAT EINEN NAMEN: PETER SCHREYER.

Der ehemalige Designchef von VW und Audi hat das Zepter in Designfragen bei Hyundai und Kia übernommen und gehört zum Vorstand des Automobilunternehmens. Die Kampfansage von Kia kann man kaum überhören, die rasante Entwicklung des Unternehmens lässt sogar die deutsche Konkurrenz staunen. Das 7 Jahre Qualitätsversprechen zeigt, wie selbstbewusst Kia mittlerweile über die Zuverlässigkeit der eigenen Modelle denkt und das auch nach außen kommuniziert.

Deswegen war ich wirklich gespannt, ob Kia mit dem neuen Optima eine Mittelklasse-Limousine auf den Markt gebracht hat, die dem Mitbewerber durch den konkurrenzlosen Preis das Fürchten lehrt.

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Kia Optima – Seitenansicht

Kia Optima – Mutig gezeichnet

Autos aus dem asiatischen Raum sind öfters zu „eigenwillig“, so dass die deutsche Kundschaft, die auf Geradlinigkeit Wert legt, oft abgeneigt ist. Doch Mut muss belohnt werden: Der Kia Optima ist für mich optisch ein wirklich gelungener Kompromiss, er steht breit, tief und sehr selbstbewusst auf der Straße,  hat einen futuristischen Touch und überzeugt dennoch durch Understatement. Geprägt ist die Optik durch die LED-Rückleuchten, die langgezogene, flachverlaufene Dachlinie und dem „Tigernasen“-Grill. Ein Highlight bei der Spirit-Variante sind die LED-Nebelscheinwerfer im ICE CUBE Design, mit 4 formschönen LED Spots.

EIN HAUCH VON EINEM RAUMSCHIFF

Dass das Design nicht nur meinen Geschmack trifft, bewiesen auch die vielen positiven Reaktionen von Passanten, wie auch die vielen Design Awards, die Kia für den Optima erhalten hat. Unter anderem wurde der Kia Optima 2011 mit dem Red Dot Design Award „Best of the Best“ ausgezeichnet. Insgesamt also ein wirklich stimmiger Look, das sich von der direkten Konkurrenz abhebt, ohne verspielt zu wirken.

Im Innenraum fehlen mir hingegen die berühmten „10 Prozent“. Die Holzapplikationen im Kia Optima sehen zwar hübsch aus, fühlen sich aber minderwertig an. Genauso wie das lederbezogene Lenkrad, das in meinen Augen ein wenig zu groß und dünn gestaltet wurde. Auch sonst findet man immer wieder einige Hartplastikstellen, die den hochwertigen Gesamteindruck ein wenig relativieren. Aber es gibt viele positive Dinge zu berichten über das Interieur: Die Anordnung der Knöpfe in der Mittelkonsole und am Lenkrad, die digitale Instrumentenanzeige, die Bedienung per Touchscreen – all das macht einen wirklich guten und innovativen Eindruck. Auch die Ledersitze sind, trotz ziemlich hoher Sitzposition, für längere Strecken geeignet. Schade, dass es den Kia Optima nicht als Kombivariante gibt, denn besonders auf deutschen Straßen würde man dann dem Auto öfter begegnen.

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Kia Optima – Interieur

Komfortabel und sicher

Als Mittelklasse-Limousine muss der Kia Optima sich  besonders auf Langstrecken beweisen. Ich habe deshalb versucht, den Wagen auf längeren Autobahntrips zu testen und komme auf das Fazit: Alles richtig gemacht. Naja fast: Der 1.7 l Diesel Motor mit einem variablen Turbinengeometrie-Lader (Infos) leistet 136 PS und stellt ein Drehmoment von 325 NW bereit. Werte, die gut klingen, dennoch sind die 136 PS in meinen Augen ein wenig untermotorisiert für den Kia Optima. Erstmal auf höhere Drehzahlen gebracht, macht der Wagen echt Spaß, doch beim Beschleunigen aus dem unteren Drehzahlbereich fehlt es einfach an Durchzugskraft. Ein Sprinter will der Optima aber sowieso nicht sein – eher ein Gleiter auf der Autobahn. Und das kann er: Erstmal im sechsten Gang angelangt, punktet der Motor mit einer immensen Laufruhe und einem ordentlichen Verbrauch. Der Wagen lässt sich auch bei höheren Geschwindigkeiten gemütlich fahren und gibt dem Fahrer ein großes Sicherheitsgefühl. Der Wagen ist komfortabel abgestimmt, die Bremsen sind einwandfrei, die Lenkung ist sehr leichtgängig. Zum Thema Sicherheit: Kia hat auch hier ein großes Spektrum an Fahrerassistenzsystemen zu bieten, wie dem Spurhalte-Assistenten oder die Berganfahrhilfe.

Komfort ist ein wichtiges Thema beim Kia Optima, denn das Raumgefühl ist wirklich gut. Nicht nur bei der Bein- oder Kopffreiheit punktet der Kia Optima, er verfügt über elektrisch verstellbare Ledersitze, wie auch über ein beheizbares Lenkrad. Die Ledersitze sind nicht nur mit einer Sitzheizung, sondern auch mit einer Sitzlüftung ausgestattet. Zudem gibt es ein fantastisches Panorama Dach, das die typischen Schiebedach-Geräusche eliminiert hat. Hier gibt es wirklich nichts zu bemängeln, das Einzige was ich vermisst habe ist eine elektronische Handbremse, denn die verbaute Handbremse wirkt optisch doch ziemlich von gestern. Auch praktisch ist der Kia Optima: Mit 505 Liter Kofferraum punktet er auf ganzer Linie, denn dieses Volumen hat man dem kurzen Heck vom Optima gar nicht zugetraut und somit ist er ideal für Trips mit der ganzen Familie.

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Kia Optima – LED Rückleuchten

KIA OPTIMA: DER INNOVATIONS-CHECK & FAZIT

Der Optima beweist einfach eins: Kia ist im Vormarsch. Er muss die deutsche Konkurrenz nicht scheuen, denn der Kia Optima sieht nicht nur gut aus, er fährt sich auch gut. Zudem hat Kia nicht an Innovationen gespart, Beispiele gefällig? Zu erwähnen ist das intelligente Parksystem von Kia, das mit Hilfe von Sensoren das Auto mühelos in Parklücken steuert. Das hat in unserem Test super funktioniert. Oder kennt ihr die Suche nach dem Schlüssel in der Jackentasche? Auch das ist mit dem Optima vorbei, denn den das Auto erkennt den Smart-Key sofort, ohne ihn aus der Jackentasche holen zu müssen. Mit einem Druck auf den Startknopf startet man den Motor – das geht wirklich einfach und vermisse ich schmerzlich bei anderen Autos. Da gäbe es noch die Xenon Scheinwerfer und die Rückfahrkamera zu erwähnen, die bei Regen zu kämpfen hat, aber sonst ein wirklich gutes Bild liefert. Einparken mit der leichtgängigen Lenkung in der Stadt, war mit einer Limousine noch nie so einfach wie mit dem Kia Optima.
Unser Verbrauch lag bei 6,3 l, geschuldet der vielen Fahrten in der Innenstadt. Hat man einen behutsamen Gasfuß sind auch Werte von ca 5 Liter Diesel zu erreichen und das ist wirklich lobenswert. Der Kia Optima fängt bei 26.690 Euro an in der Attract Variante, für die hier getestete Spirit Variante zahlt man mindestens 33.090 Euro. Die Ausstattung ist dann aber ziemlich vollständig, so dass es nur wenige Optionen gibt, diesen Preis noch zu steigern. Zum Vergleich: Ein 5er Bmw fängt bei 40.000 Euro an und wird mit ein wenig Ausstattung schnell über 50.000 Euro teuer. Deswegen: Der Preis ist wirklich unschlagbar.

Mein persönliches Schlusswort: Ich erkläre mich hiermit als Fan von Kia. Denn wer so viel Leistung für so wenig Geld bietet, muss einfach honoriert werden! Ich freue mich schon weitere Fahrzeuge von Kia für euch zu testen.

8.5
Kia Optima

Pros

  • Mutiges Design
  • Großer Komfort
  • Preis-Leistungs-Sieger
  • 7 Jahre Garantie
  • Großer Kofferraum
  • Autonomes Einparken

Kontras

  • Durchzugsschwacher Motor
  • Lenkung mit zu viel Spiel
  • Zu hohe Sitzposition
  • Hartplastik im Interieur

Unser Fazit


Design & Style
9
Innovation & Technik
7
Ökologie & Verbrauch
7
Preis-Leistung
10