Citroën C4 Cactus PureTech 82 im Test: Fahrender Eyecatcher

Mein kleiner grüner gelber Kaktus steht draußen vor der Tür, hollari, hollari, hollaro! In Zeiten, in denen tristes Wetter und Negativschlagzeilen Einem wirklich aufs Gemüt schlagen können, ist eine Abwechslung zum grauen Alltag gerne gesehen! Der Citroën C4 Cactus ist genau diese erfrischende Abwechslung, die der Automarkt und wir Kunden gebraucht haben. Anders, bunt, einfallsreich – all das ist der neue C4 Cactus! Die Farbe „Hello Yellow“ von unserem Testwagen strahlt positive Energie aus und zieht die Blicke magisch an – mehr Aufmerksamkeit bekommt man nicht mal in einem teuren Sportwagen!

Die Franzosen haben wieder Mut bewiesen, sehr viel Mut sogar. Als 2013 das Cactus Concept auf der IAA zu sehen war, war ich absolut sicher, dass wir das Auto auf unseren Straßen in der Form nie zu sehen bekommen. Die durchgezogene Sitzbank vorne, die Luftpolster (Airbumps) an der Karosserie – viel zu verspielt schienen die Ideen vom französischen Automobilhersteller zu sein. Doch da habe ich mich gewaltig geirrt – heute steht das Serienmodell vor mir und hat sehr viel gemeinsam mit dem Konzeptwagen von 2013: Vollgepackt mit Ideen und doch auf das Minimum reduziert.

Ist der C4 Cactus ein absoluter Volltreffer oder wird der Test zu einer stachligen Erfahrung?

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Citroën Cactus C4: Auffällig anders

ALL EYES ON ME

Die vielen Blicke der Menschen auf der Straße sind der Beweis: Der Citroën Catus C4 ist erfrischend anders. Genau genommen erfrischend neu und deswegen polarisiert das Design vom Fahrzeug so sehr. Wobei es nach meinem Geschmack nur eine Meinung geben dürfte: 

Chapeau Citroën. Das ist ein echt schöner Crossover geworden!

Wo soll ich bei den vielen Elementen anfangen? Das auffälligste Designmerkmal vom neuen C4 Cactus sind natürlich die Airbumps. Diese Luftpolster an den Flanken sehen nicht nur originell aus, nein sie haben einen echten Nutzen. In Zeiten, wo Parkplätze immer seltener werden und sich samstagmorgens bei Ikea Autofahrer um jeden Parkplatz bekriegen, werden kleine Verkehrsrempler immer häufiger. Genau davor schützen diese Luftpolster und natürlich vor den hohen Reparaturkosten, die unschöne Lackschäden mit sich bringen. Bedenkt man zudem, dass in Paris die Autofahrer quasi auf Kontakt parken, macht das umso mehr Sinn …
Einzigartig ist vor allem die Lichtsignatur vom C4 Cactus. Zum Niederknien! Die völlig glatte und runde Front vom Fahrzeug wird zum Hingucker durch die Integration von extrem schmalen LED Tagfahrlichter und der Scheinwerfer, die von einem schwarzen Kunststoff ummantelt sind. Abgerundet wird die Lichtsignatur durch die hübschen 3D Leuchten am Heck. Das Ganze hat einen echt hohen Wiedererkennungswert.

Der Crossover bedient sich außerdem an einigen Designelementen von Geländewagen. Auffällig sind hier die Dachreling oder die kleine Trittstufe. Die Intension von Citroën wird deutlich: Der C4 Cactus möchte auffallen und hat keine Lust im grauen Alltag zu versinken.

Wer das nicht mag, kann ja zum grauen Golf greifen …

Auch innen präsentiert sich der Citroën Cactus auffällig anders. Leider haben wir nicht die Automatikgetriebe Variante mit der durchgezogenen Sitzbank vorne … dennoch sind die vielen Ideen, die sich Citroën bei dem Wagen gemacht hat, deutlich zu spüren. Besonders positiv hat uns dabei das 7 Zoll große Touchscreen gefallen. Per Fingerdruck steuert man alle wichtigen Funktionen, von der Klimaanlage bis hin zum Radio. Angezeigt darüber werden auch die Fahrwerte, die Navigation, das Adressbuch und die Einstellungen. Dadurch konnte Citroën die Schalter und Knöpfe auf das Minimum begrenzen. Einen kleinen Nachteil hat das System aber: Um die Temperatur zu verändern, muss man den Navigationscreen unterbrechen. Hier wäre eine Lösung mit Split Screen sicherlich der bessere Weg gewesen. Wer dennoch ein paar haptische Tasten braucht, findet sie dann auch im Multifunktions Lenkrad, das angenehm dünn daherkommt.
Auch sonst wirkt das Interieur aufgeräumt und stylisch. Kleine Details, wie die Leder Türschlaufen oder das große Handschuhfach, geben dem Innenraum einen hochwertigen Eindruck. Hinter dem großen Handschuhfach verbirgt sich eine Weltneuheit: Der Beifahrer Airbag wurde ins Dach integriert.
Die Sitze sind gemütlich, bieten aber leider wenig Seitenhalt. Wobei man sich das auch schenken kann bei einem „Familienwagen“. Auch beim Kombiinstrument ist Citroën unkonventionelle Wege gegangen. Ein digitaler Bildschirm zeigt uns dabei die Geschwindigkeit, ggf. den Tempomat und den Füllstand des Tanks an. Mehr nicht! Brauchen wir einen Drehzahlmesser? Nicht wirklich … Was wir aber im Fond vermisst haben? Die Fenster lassen sich nur ausstellen. Da werden Eltern sicherlich etwas vom Nachwuchs zu hören bekommen …

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Citroën C4 Cactus: Seitenansicht

BITTE EINSTEIGEN

Das erklärte Ziel von Citroën? Ein kostengünstiges Auto auf den Markt zu bringen, das agil und praktisch zugleich ist. Deshalb hat man dem C4 Cactus eine Radikaldiät verabreicht mit dem Ergebnis, dass der C4 Cactus 200 Kilogramm leichter geworden ist als der normale C4.

Damit kommt der Citroën C4 Cactus auf ein Basisgewicht von unter 1000 Kilogramm.

Das klingt zwar vielversprechend, doch der Dreizylinder will einfach keinen Fahrspaß aufkommen lassen. Zwar kann der 82 PS starke Benziner im Stadtverkehr glänzen, doch besonders auf längeren Strecken macht sich der laute und kraftlose Motor negativ bemerkbar. Insgesamt stehen dem Fahrer 118 Newtonmeter Drehmoment ab 2750 Umdrehungen pro Minute zur Verfügung. Wem das wie mir nicht reicht, kann natürlich zu dem stärkeren Benziner mit 110 PS oder zu den Dieselmotoren greifen.
Auffällig gut dagegen sind die leichtgängige Lenkung, das komfortable Fahrwerk und der niedrige Verbrauch! Deswegen ist der C4 Cactus eher ein Gleiter als ein Beschleunigungsmonster. Mehr Stadtwagen als Langstreckenlimousine … anders möchte er wahrscheinlich auch nicht verstanden werden.

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Citroën C4 Cactus: Lichtsignatur

Auch wenn er mich in Sachen Agilität nicht vollkommen überzeugt, kann der C4 Cactus beim Raumangebot voll punkten. Besonders vorne fühlt man sich durch die breit gebauten Sitzen heimisch wie auf Omas Sofa. Ins Auto passen bis zu 5 Erwachsene, wobei ich den Wagen eher für 4 mitfahrenden Personen empfehlen würde. Doch wenn man bedenkt, dass der C4 Cactus auf dem Kleinwagen C3 basiert, sind die Platzverhältnisse echt lobenswert. Das Fahrzeug ist stolze 4,16 m lang und kann dadurch mit einer guten Geräumigkeit glänzen:

Mit einem Kofferraumvolumen von 358 Liter muss sich der C4 Cactus nicht vor der Konkurrenz verstecken.

Kritik muss sich der Wagen aber bei der Variabilität der Rückbank gefallen lassen. Die Lehne der Rückbank lässt sich nur als Ganzes und auch nicht im 2:1 Verhältnis umlegen. Dadurch lässt sich der Kofferraum nicht ebenmäßig vergrößern. 

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Citroën C4 Cactus: Airbumps

Citroën C4 Cactus: DER INNOVATIONS-CHECK & FAZIT

Vieles ist anders beim neuen Citroën C4 Cactus und das ist auch gut so. Ich hab mich in die vielen Details des Autos verliebt, vom Bedienkonzept bis hin zum außergewöhnlichen Airbump Look. In diesen Thermoeurethan-Polster, denen kleine Parkrempler nichts ausmachen, stecken insgesamt 9 Patente und über 2 Jahre Entwicklung. Auch der Beifahrer-Airbag im Dach ist nur einer der vielen Innovationen, die in diesem Auto stecken. Das Bedienkonzept mit dem großen Touchscreen und dem Citroën Multicity Connect bietet ein modernes wie auch leicht erlernbares System. Viele Fahrerassistenzsysteme hatten wir dagegen in unserem Testwagen nicht verbaut. Die Rückfahrkamera lieferte ein gutes Bild, doch war bei schlechten Verhältnissen und Dunkelheit unbrauchbar. Ein Einparksystem, das den Wagen selbstständig in die Parklücke manövriert, ist optional zu bekommen. Interessant ist auch das Scheibenwischer Konzept: Durch das moderne „Magic Wash System“ wird die benötigte Flüssigkeitsmenge um die Hälfte reduziert. 

Auf das Minimum begrenzt, könnte die Überschrift über diesen Test lauten, aber das würde dem Wagen nicht gerecht werden. Mit dem Kampfgewicht von unter 1000 KG (Basis) und einem leistungsstärkeren Motor kann ich mir vorstellen, dass auch ein wenig mehr Fahrspaß als beim 82 PS Benziner in die Bude das Auto kommt. Dafür entschädigt den Kunden der sparsame Motor. Bei bedachter Fahrweise kam ich zu einem Durchschnittsverbauch von unter 6 Liter, auch bei sportlicher Fahrweise kam ich nie über ein Verbrauch von 7,5 Liter. 

Der heimliche Star auf dem Parplatz!

Ein Hingucker ist der Wagen auf alle Fälle, denn das Design ist unverkennbar und zieht die Blicke auf sich. Für Menschen, die viel Wert auf Lifestyle und Individualität legen, ist der Wagen wie gemacht. Mit bis zu 8 unterschiedlichen Farben kann man sich den Wagen nach seinem persönlichen Geschmack gestalten. Wirklich beeindruckend ist der Preis:
Mit 13.990 Euro startet die Basisversion vom C4 Cactus! Mit Start, Live, Feel und Shine gibt es 4 unterschiedliche Ausstattungen und zwei weitere Sondermodelle. 

Preislich auf Niveau eines Kleinwagens!

Ganze 14 Tage hat sie gedauert, meine Liaison mit dem C4 Cactus. 14 Tage, die mir lange im Gedächtnis bleiben, weil ich viele Komplimente für den Wagen bekommen habe. Wenn man bereit ist sich auf etwas Neues einzulassen, sollte man sich den C4 Cactus anschauen! Es lohnt sich definitiv!

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Citroën C4 Cactus: Front

8.9
CITROËN C4 CATUS

Pros

  • Einzigartiges Design
  • Airbumps schütz vor Parkremplern
  • Großer Kofferraum
  • Geräumig
  • Innovatives Bedienkonzept

Kontras

  • Schwacher Motor
  • Variabilität der Rückbank
  • Fenster im Fond nur ausstellbar

Unser Fazit


DESIGN & STYLE
10
INNOVATION & TECHNIK
9
ÖKOLOGIE & VERBRAUCH
8
Fahrspaß
6
PREIS-LEISTUNG
10