Bang & Olufsen BeoLab 18 im Test: Drahtlose Luxus Lautsprecher

Ich liebe Dänemark – Danmark, jeg elsker dig!

Die karge Natur, die Zufriedenheit der Menschen, Ihre positive Ausstrahlung, Kopenhagen als eine traumhafte Stadt (selbstverständlich mit dem Fahrrad!) – alles Sinnbild für das dänische Design! Dazu kommt der Ehrgeiz, etwas Besonderes zu schaffen. Genau das machen die neuen Bang & Olufsen Lautsprecher BeoLab 18, entwickelt und perfektioniert in Nord-Dänemark. Die Form ist Orgelpfeifen nachgeahmt, sie sind schlank und edel im Look. Die legendären Vorläufer BeoLab 8000 habe ich schon 1992 einmal gehört. Damals innovativ schlank, im Design auf der Höhe der Zeit mit außergewöhnlichem Klang für die kleine Form. Schon damals ihrer Zeit ein wenig voraus.
Aber was ist nach 20 Jahren? Wir sprechen hier über Innovationen! Haben die neuen Lautsprecher etwas verändert, was macht sie zu einem der Zukunftsziele von zeltimhaus?

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Bang & Olufsen: BeoLab 18

Technische Evolution

Die Innovation! Die BeoLab 18 Lautsprecher sind aktiv, mit speziell angepassten Verstärkern pro „Flöte“. Sie passen sich – elektronisch gesteuert – an den Raum an. Installiert an der Wand, vor der Wand oder im Raum, immer werden die Raumakustischen-Unterschiede soweit es geht ausgeglichen. Der Klang bleibt klar. Sie haben „nur“ zwei 10cm Tieftöner, was nicht für einen wirklich tiefen Bass spricht. Die Physik kann man nicht überlisten, aber unsere Ohren! Aus diesen kleinen Lautsprechern kommt ein Sound heraus, wie aus Großen! Ein richtig knackiger Bass, exakt gesteuert durch die angepassten Treiber pro Chassis, dazu die einzigartigen 180 Grad Hochtöner. Das macht unabhängiger von der Hörposition. Man muss nicht genau ein Dreieck mit den Lautsprechern bilden, alles wird etwas freier. Man steht oder sitzt in einem Raum, den die Musik füllt. Nicht mehr und nicht weniger. Dabei hilft auch das „Transmitter“ System, das alles drahtlos verbindet! Basierend auf einer neuen Technologie und einem Frequenzbereich, der weniger Störungen enthält, ist es die erste Wahl bei der Funktechnik für Lautsprecher. B&O hat lange auf diesen Moment der technischen Evolution gewartet und ist jetzt damit auf der Höhe der Zeit!

Ein optischer Leckerbissen – die Beleuchtung des Hochtöners.

Beim Start ohne Verbindung ist er rot umringt, wenn alles richtig läuft, wird er grün. Nur für ein paar Sekunden. Aber das reicht, um zu wissen, dass alles perfekt ist.

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Bang & Olufsen BeoLab 18 (Bildrechte: Bang & Olufsen)

Orgelpfeifen Look

Ich blicke, sorry, nein, ich höre immer noch auf den Sound der verschiedenen Lautsprecherkabel, die alle ihre eigene Qualität haben, in jeder Preisklasse. Aber hier hat mich die Qualität der Musik auch ohne Kabelunterschiede voll überzeugt!
Also ohne aufwändige Kabeltests direkt auf den Punkt – den Sound!

Bei einer Preisdimension von ca. 5.000 bis 6.000 € für ein Paar Lautsprecher sollte man ja auch Einiges erwarten. Ein echter Hingucker dabei sind die Holzlamellen, die den „Orgelpfeifen“ einen besonderen Look geben. Die Symbiose vom Metall der Lautsprechergehäuse mit dem Naturprodukt Holz geben die Spannung wieder, die es bei jedem Instrument gibt, wie in einer Orgelpfeife. Holz und Metall, das ist eine lebendige Harmonie, optisch und akustisch. Aber zurück zum Test …

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Bang & Olufsen BeoLab 18 (Bildrechte: Bang & Olufsen)

Angemessener Vorverstärker

Da ich bisher keine Aktivboxen hatte, konnte ich meinen Vollverstärker nicht nutzen. Ein Freund half mir aus mit einem italienischen Verstärker von AUDIO ANLOGUE, dem „Puccini Settanta“ für ca. 1.800 €, der auch einen abtrennbaren Vorverstärker hat. Der Anschluss war einfach, das Transmitter System funktionierte nach Installation des Fachmanns von B&O mit der aktuellen Software perfekt. Der erste Höreindruck war brilliant, das Gesamtbild stimmte, auch der Bass war für meinen Testraum, „nur“ ca. 30 qm Wohnraum, voll ausreichend. Wer es größer und tiefer im Sound braucht, bestellt die aktiven Subwoofer von B&O dazu.

 Aber es fehlte noch etwas die „Luftigkeit“, das selbstverständliche Musikerlebnis.

Ich habe die aktuellen B&O Verstärker nicht gehört, die sicher sehr gut an die Boxen angepasst sind. Ein befreundeter Händler lieh mir aber einen reinen Vorverstärker der Bochumer Edelmarke AUDIONET. Dort werden alle Verstärker selbst entwickelt, alle selektierten Einzelteile von Hand zusammengesetzt. Das hat seinen Preis, aber auch eine außergewöhnliche, individuelle Qualität, die ständig weiter entwickelt wird. In vielen Tests als überragende HighEnd Qualität gepriesen, spielt dieser Vorverstärker in der ca. 4.000,– € Liga (ohne Kabel zum Transmitter mit nochmals 200,– bis 500,– €). Er kann bei Tests aber auch mit einer Konkurrenz von 7.000,– € mithalten. Es wird also spannend. Damit kostet der Vorverstärker mit Kabel etwa so viel wie die Lautsprecher, in derselben Dimension wie der HighEnd CD Spieler Madregal Proceed. Dazu kommt noch der Transmitter. Die High End Kabel für eine direkte Chinch-Verbindung von etwa 1.000, – € konnte ich mir dann sparen.
Bewusst habe ich diese Qualität und Preiskategorie gewählt, weil der Klang einer Anlage aus allen seinen Komponenten besteht. Hervorragende Lautsprecher klingen bei einfachen Komponenten noch gut, ehrliche Musik mit vielen Details zeigt Ihr Können aber erst bei gleichwertigen oder höherwertigen Mitstreitern. Manchmal gibt es auch Überraschungen.

Ich wollte die BeoLab 18 herausfordern. Das Design ist toll, aber der Sound? Wie gut sind sie wirklich?

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Bang & Olufsen BeoLab 18 (Bildrechte: Bang & Olufsen)

WIRKLICH HIGH END?

Meine persönlichen Tests sind ebenso einseitig individuell wie vielseitig, da ich einfach gute Musik liebe, egal woher sie kommt und wer sie macht. Es muss die Leidenschaft darin stecken. Ich will einfach nur meine Meinung zur Musik sagen, die Wertung soll jeder selber entscheiden – Hauptsache ist die gemeinsame Musik!
CDs, die toll klangen, fallen im HighEnd Bereich vom Klang manchmal durch, sind sehr „normal“. Andere Aufnahmen, die gut klangen, sind plötzlich „Überragend“ (wie Bliss, Quincy Jones, selbst Cat Stevens als Gold Record, von der ich später einmal schreibe). Wie alles im Leben steckt auch die Musik voller Überraschungen…

Den Start macht – für mich selbstverständlich – Musik aus Dänemark.  Mein Tipp dazu ist die Gruppe Bliss. Hervorragend gemachte Musik …

  • Bliss – Quiet Letters

Als Master der Song Quiet Letters
Das Accordeon spielt absolut exakt, man hört fast die Finger auf den Tasten und das Ziehen, der (richtige, „klassische“) Bass steht präzise, das Schlagzeug ist mit jedem auch nur kleinsten Anschlag zu orten. Die Stimme der Sängerin steht aber immer klar vor den Instrumenten im Raum. Das Album klingt fast wie eine Live Session. Ich habe endlich Vieles gehört, was bei meiner bisherigen Konstellation einfach unterging.

  • Eric Clapton

Unplugged
Ein grandioses Album mit einer tollen Aufnahmetechnik. Dieser geniale Musiker hat sich hier selbst ein Highlight gesetzt, in der Interpretation und der technischen Umsetzung!

Layla
Die Neuinterpretation des alten Hits, einfach ganz anders und viel moderner. Man ist mittendrin im Konzert vor der Bühne. Die Bühne ist genau zu orten, der Raum ist offen, das Schlagzeug steht auf der Bühne, das Piano daneben, beide Background-Sängerinnen sind klar getrennt nebeneinander zu hören. Man kann die Schritte beim Gehen über den Holzboden hören. Eine phantastische Wahrnehmung des Konzerts! Das ist Gänsehaut pur, ich hätte nie gedacht, dass Musik so nahe gehen kann – von der CD!

  • Paul Simon Graceland

Diamonds on the Sole of her Shoes
Paul Simons geniale Aufnahme mit Musikern aus Südafrika, zum Glück auch perfekt von Profis aufgenommen. Da waren echte Meister am Werk. Der Bass sehr präzise, trocken und knackig, die Stimme von Paul Simon steht realistisch davor, der Backgroundchor um und hinter ihm bildet die Bühne von links nach rechts, einzelne Stimmen kann man genau heraushören, wenn man will und sich darauf konzentriert. Die Flöten spielen realistisch leicht rau und der Bass mit seiner Tiefe steht klar im Raum. Man hat fast das Gefühl, mitten im Studio zu stehen. So verstehe ich HighEnd.

Natürlich geht alles noch irgendwie besser, zu Preisen, die ins Utopische gehen, aber so ein Klang ist kein Vergleich zu dem „einfacheren“ Verstärker mit diesen Lautsprechern. HighEnd ist die Summe aller Komponenten. Wie im Leben – alles muss zusammen passen. B&O und AUDIOINET sind anscheinend solche Partner, aber das zeichnet die Klasse der Lautsprecher und die des Verstärkers wirklich aus! Ich habe noch vieles in dieser Kombination gehört, aber das gehört dann in den zweiten Teil, wenn die Kombination mit AUDIONET näher beschrieben wird. Mit klassischer Musik ebenso wie mit Pop von Quincy Jones oder einer Gold-CD von Cat Stevens.

The 70s are back!

Bang & Olufsen BeoLab 18: FAZIT UND INNOVATIONS-CHECK

Diese Lautsprecher sind mit dem richtigen Equipment außergewöhnlich gut und auch zu diesem Preis ein Highlight. Die schlanke Form mit den Holzlamellen engt den Raum nicht ein, sondern gibt eine besondere optische Freiheit, die Lautsprecher aufzustellen. Die Innovation ist gelungen, der realistische Klang mit edlem Design sind eine Einheit.

9.1
Bang & Olufsen BeoLab 18

Pros

  • Neue Drahtlos Technologie
  • Hervorragende Verarbeitung
  • Einzigartiges Design

Kontras

  • Hoher Preis
  • Vorverstärker notwendig

Unser Fazit


DESIGN
10
BEDIENKONZEPT
9
PREIS-LEISTUNG
7
SOUND
9
VERARBEITUNG
10